Wordpress, Wix, Squarespace & Co.

Warum wir Website-Baukästen nicht verwenden und nicht empfehlen.

Artjom Moisejev

03. Februar 2026

|

4 Min. Lesezeit

Wann Website-Baukästen sinnvoll sind - und wann nicht

Website-Baukästen versprechen vor allem eines: Einfachheit. Ohne Programmierkenntnisse zur eigenen Website. Schnell. Günstig. Unkompliziert. Für erste Experimente oder private Projekte kann das absolut sinnvoll sein. Für Unternehmen sieht die Realität jedoch oft anders aus.

1. Die Illusion der Einfachheit

Am Anfang wirkt alles logisch. Drag-and-Drop. Schöne Vorlagen.Große Buttons. Doch spätestens dann, wenn man nach Monaten eine Kleinigkeit ändern möchte, beginnt die Suche: Wo war noch gleich die Einstellung? War das im Hauptmenü? Im Kontextmenü? In einem Unterpunkt eines Unterpunkts? Jeder Baukasten funktioniert anders. Jeder löst Probleme auf seine eigene Weise. Das bedeutet: Jedes System muss neu gelernt werden. Und je seltener man damit arbeitet, desto länger dauert jede kleine Anpassung. Was als Zeitersparnis begann, wird schleichend zur wiederkehrenden Reibung.

2. Ein Template ist kein Design

Templates sind praktisch. Sie geben Struktur, Layout und visuelle Richtung vor. Doch sie sind nicht für DEIN Unternehmen entstanden. Sie sind für möglichst VIELE Unternehmen entstanden. Wenn dich keines der Templates wirklich überzeugt, ist das kein Zeichen dafür, dass du zu wählerisch bist. Es ist ein Zeichen dafür, dass es nicht wirklich zu dir passt. Eine Unternehmenswebsite ist keine kurzfristige Präsentation. Sie ist deine digitale Rezeption. Dein erster Eindruck. Dein stiller Vertriebler. Im realen Leben achten Unternehmen auf ihr Auftreten. Warum sollte man die digitale Präsenz weniger ernst nehmen?

3. Austauschbarkeit statt Wiedererkennung

Gerade Selbstständige und KMU kämpfen um Aufmerksamkeit. Wiedererkennung entsteht durch Persönlichkeit. Templates werden tausendfach verwendet. Farben werden angepasst. Bilder werden ersetzt. Doch Struktur, Denkweise und Grunddesign bleiben oft identisch. Das führt zu einem Problem: Man ist online – aber nicht unterscheidbar. Und wenn man versucht, stark vom System abzuweichen, stößt man schnell an Grenzen. Komplexere Anpassungen sind nicht vorgesehen – oder nur mit Workarounds möglich.

4. Abhängigkeit vom System

Viele Baukästen locken mit günstigen Einstiegspreisen. Mit der Zeit steigen jedoch Anforderungen – und damit die Kosten. Erweiterungen, zusätzliche Funktionen, bessere Tarife. Was anfangs klein wirkt, summiert sich über Jahre. Gleichzeitig entsteht eine strukturelle Abhängigkeit: Design, Inhalte, Logik – alles ist an die Plattform gebunden. Ein Wechsel bedeutet oft: neu anfangen. Mit neuen Kosten. Neuer Einarbeitung. Neuer Migration. Die Plattform setzt die Spielregeln. Preise, Funktionsumfang, technische Basis. Man besitzt die Inhalte – aber nicht das System.

5. Kann alles, aber nichts richtig

Ein Baukasten muss möglichst viele Anwendungsfälle abdecken. Dafür bringt er Funktionen mit, die viele Nutzer nie benötigen. Das macht Systeme schwerer, komplexer und weniger fokussiert. Sobald jedoch spezielle Anforderungen entstehen – individuelle Prozesse, komplexere Strukturen, besondere Schnittstellen – sind Baukästen oft nur eingeschränkt geeignet. Dann wird improvisiert. Oder später migriert. Beides ist meist teurer, als es von Anfang an richtig zu planen.

6. Performance & CO2 Abdruck

Moderne Websites bestehen aus Code, Skripten, Integrationen und Medien. Wenn Systeme viele universelle Funktionen mitbringen, wird häufig mehr geladen, als tatsächlich benötigt wird. Zusätzlich kommen externe Dienste, Tracking-Skripte und Erweiterungen hinzu. Das Ergebnis können sein: längere Ladezeiten schlechtere Nutzererfahrung schwächere SEO-Performance höherer Energieverbrauch Gerade für Unternehmen, die Wert auf Effizienz und Nachhaltigkeit legen, ist das ein relevanter Faktor.

7. Dein Business auf fremden Grund.

Wer einen Website-Baukasten nutzt, baut nicht nur eine Website. Er baut innerhalb eines fremden Systems. Die Infrastruktur gehört der Plattform. Die Regeln ebenfalls. Das betrifft unter anderem:

  • die verwendete Technologie
  • den Funktionsumfang
  • die Update-Zyklen
  • Preisstrukturen
  • Integrationen
  • Vertragsbedingungen

Ändert sich etwas, wird man nicht gefragt. Man wird informiert. Vielleicht wird ein Feature eingestellt. Vielleicht wird ein Tarif angepasst. Vielleicht ändern sich technische Voraussetzungen. Solange alles gut läuft, fällt das kaum auf. Doch in dem Moment, in dem eine unternehmerisch wichtige Entscheidung von einer Plattform abhängt, wird aus Bequemlichkeit Abhängigkeit.

8. Die gleichen Sicherheitslücken, wie der Nachbar

Große Plattformen und Plugin-Ökosysteme sind attraktive Ziele für Angriffe. Je verbreiteter ein System, desto interessanter wird es für automatisierte Attacken. In der Vergangenheit gab es wiederholt Sicherheitslücken in weit verbreiteten Website-Systemen und Erweiterungen, die Millionen von Installationen betrafen:

Das bedeutet nicht, dass individuelle Lösungen automatisch sicher sind. Aber Abhängigkeit von Drittanbieter-Plugins und zentralen Plattformen erhöht die systemische Angriffsfläche. Automatisierte Angriffe werden wahrscheinlicher und erfordern weniger Hacker-Know-how. Für Unternehmen kann ein Sicherheitsvorfall existenzbedrohende Folgen haben.

Fazit

Offensichtlich haben wir uns, bei 27vier, Gedanken gemacht zu diesen Punkten. Wenn du erfahren willst, wie wir das bei uns gelöst haben, schreib uns gerne an :)

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