Warum wir keine Cookies haben

Weshalb wir auf Tracking-Banner, Werbeprofile und Cookie-Müll bewusst verzichten.

Artjom Moisejev

23. April 2026

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4 Min. Lesezeit

Was Cookies eigentlich sind - einfach erklärt

Cookies sind kleine Informationen, die eine Website im Browser eines Besuchers speichern kann. Man kann sie sich wie kleine Notizzettel vorstellen. Darauf steht zum Beispiel: Diese Person war schon einmal hier. Diese Sprache wurde ausgewählt. Dieser Login soll aktiv bleiben.

Technisch ist das erst einmal nichts Magisches. Und auch nicht automatisch böse. Problematisch wird es dann, wenn diese Notizzettel nicht dem Besucher helfen, sondern vor allem der Beobachtung dienen. Also: Wer war da? Was wurde geklickt? Woher kam die Person? Wie oft kommt sie wieder? Wofür interessiert sie sich?

Genau an diesem Punkt wird aus einer einfachen Technik schnell ein Tracking-Werkzeug.

1. Für Besucher vor allem lästig

Fast jeder kennt es: Website öffnen, Banner wegklicken. Noch eine Website, noch ein Banner. Noch ein paar Schieberegler. Noch eine künstlich komplizierte Entscheidung.

Das ist keine gute Nutzererfahrung. Es ist Reibung, bevor die eigentliche Website überhaupt angefangen hat. Der Besucher möchte Informationen. Nicht erst Datenschutzrätsel lösen.

Dass man sich an diese Banner gewöhnt hat, macht sie nicht sinnvoll. Es heißt nur, dass man sich an eine schlechte Gewohnheit des Webs gewöhnt hat.

2. Für Betreiber oft nur auf schmutzige Weise profitabel

Wenn Cookies nicht für eine konkrete Funktion der Website gebraucht werden, dann geht es oft um etwas anderes: Profilbildung. Werbezwecke. Retargeting. Datenanreicherung.

Dann wird nicht mehr das Produkt besser. Dann wird der Besucher verwertet.

Die Logik dahinter ist simpel: Je mehr Verhalten man misst, zusammenführt und speichert, desto eher lässt es sich wirtschaftlich verwerten. Direkt durch Werbung. Indirekt durch Weitergabe an Datenhändler. Oder dadurch, dass Daten in große Ökosysteme fließen, in denen sie für Profiling, Marketing und teilweise auch für KI-Training interessant werden.

Wir finden: Eine Unternehmenswebsite sollte kein stiller Datenstaubsauger sein. Schon gar nicht, nur weil es technisch möglich ist.

3. Für die Website selbst oft unnötiger Ballast

Cookies kommen selten allein. Meist hängen daran zusätzliche Skripte, Consent-Tools, Tracker, externe Anfragen und Drittanbieter-Code. Und all das kostet: Ladezeit. Komplexität. Fehlerquellen. Performance.

Gerade bei einem einfachen Webauftritt eines Unternehmens ist das völlig unnötiger Ballast. Die Seite soll schnell laden, klar kommunizieren und funktionieren. Nicht erst ein kleines Werbe- und Analyse-Ökosystem mitbringen.

Weniger Tracking bedeutet oft auch: weniger Fremdcode, weniger Ablenkung und eine sauberere technische Basis.

4. Ein einfacher Unternehmensauftritt braucht oft gar kein Analytics

Das wird im Web erstaunlich selten offen gesagt: Viele Websites brauchen überhaupt kein detailliertes Besuchertracking.

Wenn eine Website vor allem dazu da ist, das Unternehmen vorzustellen, Leistungen zu erklären und eine Kontaktmöglichkeit anzubieten, dann ist der eigentliche Maßstab meist sehr einfach: Kommt die richtige Anfrage an? Verstehen Menschen das Angebot? Funktioniert die Seite sauber auf Handy und Desktop?

Dafür braucht man in vielen Fällen keine personenbezogene Verhaltensmessung, keine Werbe-Cookies und kein seitenübergreifendes Tracking. Man braucht eine gute Website.

5. Und wenn man Analytics braucht, geht es auch ohne Cookies

Natürlich gibt es Situationen, in denen man mehr wissen will: Welche Seiten werden gelesen? Woher kommen Anfragen? Welche Inhalte funktionieren besser?

Aber selbst dann ist die Schlussfolgerung nicht automatisch: Also brauchen wir Cookies.

Es gibt cookie-freie Analytics-Alternativen, die deutlich weniger invasiv sind. Sie verzichten auf aggressive Profilbildung, reduzieren die Datensammlung und sind datenschutzrechtlich von Haus aus wesentlich sauberer aufgestellt. Nicht perfekt. Aber deutlich vernünftiger als der übliche Tracking-Stack aus Banner, Drittanbieter-Skripten und Marketing-Pixeln.

Wer wirklich nur verstehen will, wie die eigene Website genutzt wird, braucht dafür nicht zwangsläufig Überwachung.

6. Nur weil es überall ist, ist es nicht normal

Als das Internet mit Cookie-Bannern geflutet wurde, haben viele Menschen angefangen zu denken: Dann gehört das wohl einfach dazu.

Wir sehen das anders. Die Masse macht etwas nicht gut. Und Verbreitung macht etwas nicht normal im moralischen Sinn.

Oft zeigt die Flut an Bannern vor allem, wie viele Betreiber Cookies einfach zulassen, weil man es eben so macht. Ohne zu hinterfragen, ob es überhaupt notwendig ist. Ohne zu hinterfragen, wem es nützt. Ohne zu hinterfragen, was damit gesellschaftlich normalisiert wird.

Die Normalisierung von Cookies ist ein bisschen wie die Normalisierung eingeschobener Werbung: Irgendwann ist sie überall. Und irgendwann glaubt man, das müsse eben so sein.

Aber genau dann sollte man die Gegenfrage stellen: Ist das wirklich die Welt, in der wir leben wollen? Eine digitale Umgebung voller Überwachung, Werbedruck und Datensammelei, nur weil man sich daran gewöhnt hat?

Fazit

Wir verzichten bei 27vier bewusst auf Cookies, solange sie für den eigentlichen Zweck der Website nicht notwendig sind. Nicht aus Romantik. Sondern weil wir sie für Besucher lästig, für viele Betreiber ethisch fragwürdig und für einfache Websites technisch unnötig finden.

Eine gute Unternehmenswebsite muss nicht alles messen. Sie muss klar, schnell und vertrauenswürdig sein.

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